Rückblick Gitarre ´26
Für die Freunde der Gitarrenmusik hat das jährlich stattfindende Internationale Bergische Gitarrenfestival ja geradezu schon einen „Kultstatus“, wie man auch einigen Äußerungen unserer Teilnehmer*innen entnehmen konnte. Selbst wenn es schon am 01. Januar beginnt, einem Tag an dem ansonsten viele Zeitgenossen beim Neujahrsspringen ihre Silvester-Party noch etwas „verdunsten“ lassen, machten sich auch in diesem Jahr wieder mehr als 60 Gitarrenprofis und Amateure auf den Weg in die Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid.
Zu Beginn, direkt am 01. Januar zeigten Lucia Egger-Kutschmann, und Jörg Decker (alias Jörgolo Gaganini ) in einem gleichermaßen anspruchsvollen wie vergnüglichen Programm, ihre Qualitäten als Solisten und im Duo.
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Das Werner Neumann Trio nach ihrem beeindruckenden Konzert (von links Werner Neumann (g), Ralf Kessler (dr) Oliver Lutz (b)
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Der Meister in voller Aktion
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Jazz zum Genießen
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„Hochvirtuos“ Peter Fischer mit einem Country Solo von Brant Mason
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Peter Fischer (g) und Band Arne Kleuser (dr.), Fabian Frischkorn (b) Martin Groll (kb)
Die Guitar-Night, die allein durch ihre Dauer immer einen Höhepunkte des Festivals bildet, lockte trotz des heftigen Schneeeinbruchs doch noch zahlreiche Zuhörer*innen an. Sie erhielten auch in diesem Jahr wieder einen Beweis der großen künstlerischen Qualitäten der Interpreten*innen und des schier unerschöpflichen und reichen Repertoires der Gitarre. Liying Zhu verzauberte ein weiteres Mal mit ihrer Virtuosität, ihrer klanglichen Wärme und ihren farbigen und fantasievollen Interpretationen. Umso bemerkenswerter, als sie sehr kurzfristig für Samrat Majumder „einspringen“ musste, dem in England 2 Tage vor seiner Abreise nach Deutschland sein Reisepass abhanden gekommen war.
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Schneetreiben zum Auftakt der Guitar Night
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Eine fantastische Künstlerin: Liying Zhu bei der Ansage ihres Programms zur Eröffnung Gitarre Night
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und hochkonzentriert während ihres Vortrages
Das deutsch chilenische Duo Katrin Klingeberg Sebastian Montes bewiesen danach, warum sie zu den international gefragtesten Künstlern*innen dieser Besetzung gehören. Mit perfektem Zusammenspiel, großer Virtuosität, gleichermaßen spannungsvoll wie klanglich höchst subtil präsentierten sie ein wunderschönes Programm mit einem südamerikanischen Schwerpunkt, das das Publikum vom ersten bis zum letzten Ton in Atem hielt. Zwei Interpreten, die zu Recht zu den großen Künstler-Persönlichkeiten unseres Instrumentes gehören.
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„Hochspannung bis zum letzten Ton“ Das Duo Katrin Klingeberg und Sebastian Montes in der Guitar Night
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Perkussiv
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„und dramatisch“
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Klingeberg/Montes ein Duo der „Extraklasse“
Philipp Humburg und Michael Borner, beide Stammdozenten des Festivals, bildeten dann zusammen mit einer Rhythmusgruppe (Bass und Latin-Percussion) den fulminanten Abschluss des Abends. Ihre Performance hatte ihren Schwerpunkt in der brasilianischen Musik bzw. im Latin-Pop. Beide zeigten einmal mehr, welch fantasievolle und kurzweilige Improvisationen sie spielen können, aber auch über welch große Vielfalt an Stücken sie verfügen, die sie mit dem entsprechenden Groove perfekt auf die Bühne bringen und so das Publikum, welches zum Schluss auch eingebunden wurde, zu lang anhaltendem Applaus bewegen.
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Ein fulminantes Ende der Guitar Night mit südamerikanischen Klängen: Michael Borner (g), Miguel de la Loma (Latin Percussion), Jens Bachman (b) und Philipp Humburg (g)
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„Grooving Guitar“ Michael Borner
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„Mitreißende Percussion“ Miguel de la Loma der es versteht,
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auch das Publikum zu animieren
Auch das mittlerweile schon traditionelle Konzert unserer jungen Talente „Young Generation in Concert“ hat erneut die Erwartungen bestätigt, dass der sogenannte Nachwuchs unseres Instrumentes in einer Weise „performed“ die man ohne Übertreibung als professionell bezeichnen kann. Benjamin Ojstersek, der sich mit seinen 18 Jahren gerade noch auf eine Aufnahmeprüfung vorbereitet hat, konnte in einem makellosen Vortrag, mit Bachs Präludium, Fuge und Allegro, zwei Werken von Barrios-Mangore und der Assad Bearbeitung von Piazzollas Invierno Porteño auch seine außergewöhnlich tiefen Gestaltungsfähigkeiten demonstrieren.
Valentina Krempatic, die schon als Solistin im Vorjahr in diesem Format sehr überzeugen konnte, hat im Jahr 2025 mit ihrem Kommilitonen Görkem Yilmaz ein vielversprechendes Gitarrenduo gegründet. Beide verfügen als Master Studierende aus den bekannten Gitarrenklassen der Kollegen Prof. Goran Krivokapic und Prof. Gerhard Reichenbach an der Hochschule für Musik und Tanz Köln am Standort Wuppertal handwerklich wie künstlerisch über eine enorme Qualität, die sie auch schon, trotz der kurzen Zeit der gemeinsamen Arbeit, im Zusammenspiel in souveräner Manier darboten.
Ein Novum dieses Jahres gab es bei den Abschlusskonzerten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Aufgrund der hohen Leistungsdichte sowohl bei der E-Gitarre als auch bei der Gitarre wurden zwei Konzerte am Nachmittag (Gitarre) und am Abend (E-Gitarre) geboten. Beide Konzerte bewiesen einmal mehr, wie gut und komplex die Teilnehmer*innen sich vorbereitet hatten und in der Woche gearbeitet wurde. Ob solistisch, in Kammermusik-besetzungen, im großen Ensemble oder in den so zahlreichen Bandprojekten, jeder Beitrag war anspruchsvoll und hörenswert. So repräsentierten auch beide Konzerte die ganze stilistische Breite des Festivals und gaben dem Publikum einen vielfältigen und intensiven Eindruck der rundum gelungenen Konzerte.
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Sören Golz bei der Moderation des Abschlusskonzertes der Gitarren
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Dieter Kreidler in seinem Element. Ein höchst kompetenter und engagierter Ensembleleiter
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Einige Ensemblemitglieder
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Vorbereitung auf den nächsten Einsatz
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Ein erfolgreicher Auftritt
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"It’s Boogie-Time“ Stefan Oberstebrink springt spontan für ein fehlendes Quartettmitgleid ein
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27 Bundespreisträger im Duo
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und solistisch
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Rolf Fahlenbock gibt letzte Anweisungen zum Abschlusskonzert E-Gitarre
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„Unverzichtbar“ Mario Zielenbach wirkt seit einiger Zeit immer in verschiedenen Bandprojekten mit
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Die hochtalentierte Nachwuchs mit ihren Bands
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instrumental bereits versiert ob auf der Gitarre
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oder dem Bass
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Ein "leidenschaftlicher Performer“
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„Alte Bekannte“ des Festivals nach wie vor enthusiastisch und brillant
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Bandprojekte mit großer stilistischer Bandbreite
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Ob instrumental
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oder stimmlich. Unserer Teilnehmer*innen sind immer in Höchstform
Die Angebotspalette des Festivals reicht ja von den Einzelunterrichten und Masterclasses, über Workshops, Vorträge und Seminare, Improvisatiotions- und Kompositionsangebote bis hin zu Kammermusik, Ensemblespiel und Bandarbeit. Dazu jeden Morgen für beide Instrumente, Rhythmus-Schulung und Technik Workshops. Darüber hinaus werden zu verschiedenen Themen wie Flamenco „Basics“ oder historisch-analytische Betrachtungen von Gitarrenwerken auch noch weitere Gastdozenten*innen eingeladen, wie in diesem Fall Bernd Steinmann und Joachim Geißler.
Man darf wohl ohne Übertreibung sagen, dass dieses Festival mit seinem so reichhaltigen Angebot zu einer besonderen Institution in der Welt der Gitarre geworden ist und das Team wird auch weiter daran arbeiten, die Aussage des Kultstatus zu bestätigen.
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Christoph Sapp, nicht nur für den guten Ton zuständig, sondern auch für die morgendliche Rhytmusschulung, für Vorträge im Bereich der Wahrnehmungsschulung und als Schlagzeuger aktiv
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Joachim Geißler künstlerisch, historisch, wie analytisch äußerst kompetent
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Improvisation und Band Coaching mit Bert Fastenrath
Es folgen noch einige Impressionen vom Kurs
Alle Fotos des Rückblicks 2026 stammten von Anne Tucker, Köln
