Internationales Bergisches Gitarrenfestival 1. - 6. Januar 2019
Internationales Bergisches Gitarrenfestival  1. - 6. Januar 2019

Kursprogramm

Gitarre  - Einzel- und Forumunterricht, Meisterkurse, Interpretation, Improvisation
E-Gitarre - Workshops, Einzelunterricht, Improvisation
Singer-/ Songwriter  - Einzelunterricht, auch für Anfänger
E-Bass - Einzelunterricht, auch für Anfänger
Ensemble - Gemeinsames Proben der Teilnehmer/-innen in zwei Gruppen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade
Band - Proben bzw. Sessions mit Rhythmusgruppe
Bodypercussion - Spass mit rhythmischen Übungen
Workshops/ Vorträge  zu verschiedenen Themen
Talentforum - Konzerte mit „Nachwuchs“-Künstlern
Kurs-Stipendium „Jugend musiziert“:
Im Rahmen eines internen Wettbewerbes wählt die Dozentenjury Teilnehmer-/ innen aus, die als Preis eine Ermäßigung bis zu 100,- € auf die Kursgebühren erhalten. Diese Förderung ist ein Bestandteil der "Jugend Musiziert"- Vorbereitung. Die Werke (Auswahl) sind gemäß der Ausschreibung von "Jugend Musiziert" (2019 Gitarrenduo / Gitarrenensembles) vorzutragen.

Notenausstellung Haus der Musik Trekel

Instrumentenausstellung verschiedener Gitarrenbauer

 

Gitarre

 

Einzelunterricht
Der Unterricht findet in 30 Minuten - Einheiten statt. Hierfür trägt man sich in den aushängenden Stundenplan des jeweilig gewünschten Dozenten ein. Vier Einheiten sind garantiert belegbar. Die freie Unterrichtswahl bei verschiedenen Dozenten gehört zum Konzept des Seminars.
Forumunterricht
Hier kann beim Unterrichten zugehört werden. Das betrifft in erster Linie die Meisterkurse, in zweiter Linie auch den übrigen Unterricht, soweit der betreffende Teilnehmer nichts dagegen einzuwenden hat. Diese Form ermöglicht zum einen den Einblick in das methodisch-/ didaktische Vorgehen des jeweiligen Dozenten, zum anderen das Kennenlernen bisher unbekannter Inhalte.
Meisterkurse
Diese Unterrichtsform setzt generell eine gute Vorbereitung der vorzutragenden Stücke voraus. Nur so sind gezielte Hilfestellungen z.B. hinsichtlich der Interpretation sowie spieltechnischer Besonderheiten möglich. Auch sehr junge Spieler/-innen sind hier herzlich willkommen.
Ensemblespiel
Alle Teilnehmer/ -innen können neben dem persönlichen Unterricht daran teilnehmen. Die Einzelstimmen der Werke, die für das Abschlusskonzert vorbereitet werden, stehen nach Anmeldung als PDF - Download zur Verfügung bzw. werden bei der ersten Probe verteilt.
Improvisation
Dieses Unterrichtsangebot soll sich nicht nur an E-Gitarristen wenden, sondern auch an alle, die auf diesem Gebiet noch keine Erfahrungen gesammelt haben. Hierzu gibt es in Workshops, aber auch im Einzelunterricht die Gelegenheit zum Einstieg oder zur Weiterentwicklung.

 

E-Gitarre

Populäre Musik: Rock/ Blues/ Jazz/ Latin
Die Unterricht widmet sich - auch wenn es nicht direkt ersichtlich ist - dem gesamten Umfeld der Populären Musik für Gitarre. Das heißt: auch der Musik für akustische Gitarre, ob mit Plektrum gespielt oder Fingerstyle. Auch eigene oder bekannte Songs, gesungen oder instrumental, können hier vorgetragen werden. Die Teilnehmer/-innen sollen hier auch die Gelegenheit bekommen Stücke für das Abschlusskonzert vorzubereiten.
Einzelunterricht
Der Unterricht findet in 30 Minuten - Einheiten statt. Hierfür trägt man sich in den aushängenden Stundenplan des jeweilig gewünschten Dozenten ein. Vier Einheiten sind garantiert belegbar. Es ist Konzept des Kurses den Unterricht verschiedener Dozenten wählen zu können.
Workshops
Hier werden allgemeine Tipps zu Spieltechniken, Stilrichtungen oder Theorie, die die meisten Teilnehmer/-innen betreffen, behandelt.
Improvisation
Dieses Unterrichtsangebot soll sich an alle Gitarristen wenden, auch an diejenigen, die auf diesem Gebiet noch keine oder wenige Erfahrungen gesammelt haben. Hierzu gibt es in Workshops, aber auch im Einzelunterricht die Gelegenheit zum Einstieg oder zur Weiterentwicklung.

 

 

Hans-Michael Koch  †

 

Nachruf auf Hans-Michael Koch
 

Mit großer Betroffenheit haben wir in den letzten Tagen erfahren müssen, dass unser so sehr geschätzter Kollege Hans-Michael Koch, dem wir stets in einem freundschaftlichen Verhältnis verbunden waren, überraschend verstorben ist. In unserem Nachruf haben Prof. Gerd-Michael Dausend und Prof. Dieter Kreidler (gemeinsam mit Hans-Michael Koch die Gründer unseres heutigen Festivals) einige ihrer persönliche Erinnerungen an diesen, für uns menschlich wie fachlich so bedeutenden Kollegen formuliert.


Biografie
Hans-Michael Koch, geboren in Stuttgart, studierte Gitarre bei Prof. Karl Scheit an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien und setzte nach der künstlerischen Diplomprüfung seine Studien privat bei Regino Sainz de la Maza in Madrid sowie bei Siegfried Behrend fort. Seine Unterrichtstätigkeit begann 1971 am Bergischen Konserva-torium der Stadt Wuppertal. 1972 ging diese Institution in der neu gegründeten Hochschule für Musik Rheinland auf, die neben  Wuppertal die Institute in Köln, Düsseldorf und Aachen umfasste. Hans-Michael Koch verhandelte schon in diesem Jahr mit der Leitung der Hochschule (Prof. Siegfried Palm) über eine Anstellung im Professorenverhältnis. Nachdem diese Verhandlungen nicht zum gewünschten Ergebnis führten, folgte er im Sommer 1973 einem Ruf an die Hochschule Hannover, wo er für Jahrzehnte als Professor wirkte. Sein Nachfolger in Wuppertal wurde Dieter Kreidler.
1973 wurde Koch er als Preisträger und Stipendiat in die Bundesauswahl „Konzerte Junger Künstler“ aufgenommen, es folgten Debutkonzerte in der Berliner Philharmonie und der Wigmore-Hall London. Nach weiterführenden Studien auf Laute und Barockgitarre bei Hopkinson Smith in Basel widmete sich H.-M. Koch auch der Lauten- und Gitarrenmusik auf historischen Instrumenten. Seine internationale Konzerttätigkeit führte ihn in zahlreiche Länder Europas, Afrikas und Asiens im Auftrag des Goethe-Instituts, des weiteren  wirkte er in Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit. Gern war er bei Festivals wie z.B. den Festwochen Alter Musik in Innsbruck, den Tagen Alter Musik in Herne oder dem Festival van Vlaandern in Brügge zu Gast. Im Jahre 2005 folgte er einer Einladung zu Meisterkursen und Konzerten nach Beijing und Tianjin in die Volksrepublik China. Seitdem wurde er als regelmäßiger Gast zu Konzerten und Kursen eingeladen und im Frühjahr 2007 zum Gastprofessor der Musik-hochschule Tianjin ernannt. Hans-Michael Koch betreute als Herausgeber zahlreiche Ausgaben von Gitarrenmusik des 19. Jahrhunderts bei B. Schott’s Söhne, Mainz. Er verstarb viel zu früh am 20.07.2018 während eines Aufenthaltes in China.


Einige persönliche Erinnerungen
Als ich im Jahre 1972 als Autodidakt der klassischen Gitarre, aber mit einer profunden Bandkarriere im Lebenslauf die Aufnahmeprüfung in Wuppertal machte, wurde ich von ihm trotz meiner natürlich noch vorhandenen Schwächen, in seine Klasse aufgenommen. Ich lernte bei Hans-Michael mittels der Pujol-Schule das musikalische und gitarristische Handwerk. Zunächst wurde sehr akribisch im Einzelunterricht gearbeitet, nach einiger Zeit fand der Unterricht jedoch oft im kleinen Forum statt, wobei etwa fünf Studierende gemeinsam fünf Stunden Unterricht bekamen. Auf diesem Wege lernte man das Repertoire sehr intensiv kennen, aber auch der zwischenmenschliche Bereich kam – vor allem gegen Ende des Unterrichtsnachmittags - nicht zu kurz. Immerhin war unser Lehrer zum Teil nur sehr wenige Jahre älter als wir, wenn auch fachlich meilenweit von uns entfernt. Hans-Michael weckte bei mir schon sehr früh das Interesse an Renaissance- und Barockmusik, so spielte ich schon von Beginn an – damals meist noch aus den alten Pujol-Ausgaben bei Eschig – die entsprechenden Werke. Für mich war die Zeit bei ihm nach gut einem Jahr schon zu Ende, da er wie erwähnt einem Ruf nach Hannover folgte. Der Wechsel zu Dieter Kreidler brachte für uns alle zunächst einen großen Umbruch, einige Studierende zogen es dann doch vor, auch nach Hannover zu wechseln. Für mich persönlich war es in jedem Fall sehr wertvoll, von zwei so bedeutenden Lehrern ausgebildet zu werden. Die gemeinsamen Jahre mit Hans-Michael setzten sich erfreulicherweise wenige Jahre später doch fort, denn durch eine Initiative von Dieter Kreidler wurde 1978 der erste Remscheider Gitarrenkurs durchgeführt, der im kommenden Jahr seine vierzigste Auflage erfährt. Gründungsmitglieder waren Dieter, Hans-Michael und ich, sehr rasch kamen Fred Harz und Alfred Eickholt hinzu, unzählige Gastdozenten ergänzten über die Jahrzehnte das Angebot. Hans-Michael setzte in den letzten Jahren andere Schwerpunkte und beendete seine Mitarbeit. Dennoch blieben wir weiter im Kontakt, wir verfolgten mit Interesse seine überaus erfolgreiche Tätigkeit an der Hannoveraner Hochschule als auch immer häufiger in Fernost.
Ich bin Hans-Michael jedenfalls überaus dankbar, denn seine Offenheit, einen Studenten ohne großartige klassische Vorkenntnisse aufzunehmen und zu fördern, hat mein Leben entscheidend geprägt und enorm bereichert. Ich werde seiner immer mit Dankbarkeit und Bewunderung gedenken.


                                                                                                                                                                                                 Gerd-Michael Dausend

 

Als Nachfolger von Hans-Michael Koch in Wuppertal hat mich die Nachricht über seinen plötzlichen Tod sehr erschüttert. Wir pflegten über viele Jahrzehnte eine freundschaftlich-kollegiale Verbundenheit und unsere Wege haben sich immer einmal wieder gekreuzt. Zu der oben beschriebenen professionellen Karriere und musikalischen Sozialisation von Hans-Michael Koch gehören unbedingt auch die aktive Mitgliedschaft im „Mandolinenorchester Musikfreunde Aachen“ unter der Leitung seines Lehrers Hubert Brand und kammermusi-kalische Konzerte mit Marga Wilden-Hüsgen in den 1960er Jahren. Während seiner Hoch-schulzeit in Wuppertal fand schließlich eine kreative Wiederbelebung dieser Freundschaft statt. Als Hochschullehrer prägte er nachhaltig seinen großen Schülerkreis. Seine pädago-gische Kompetenz wurde über viele Jahre als Juror bei Jugend musiziert geschätzt. Lange Jahre haben wir in Remscheid (heute Bergisches Gitarrenfestival) und bei den Gießener Gitarrentagen zusammen gearbeitet. Dabei faszinierte mich immer, wie er dort bei Konzerten und Workshops schnell die Zuhörer in den Bann seiner Leidenschaft für die Alte Musik zog.
So überraschte er neben der Kenntnis alter Manuskripte und Drucke auch mit eindrucksvollen Demonstrationen alter Spieltechniken auf Laute, Vihuela oder Barockgitarre, später auch auf der Biedermeiergitarre. Darüber hinaus verfügte er über profunde Kenntnisse im Instrumentenbau und der Restauration historischer Instrumente.  
Hans Michael Koch war ein Sucher und Finder!
Als einer der ersten Hochschullehrer der Nachkriegsgeneration gehörte er zu den Pionieren, die eine fachlich solide Basis für die akademische Belastbarkeit des noch jungen Instrumen-talfaches Gitarre im deutschen Musikhochschulbetrieb schufen.
Er wird mir und der Gitarrenwelt fehlen            
                                                                                                                                                                                                                     Dieter Kreidler

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Internationales Bergisches Gitarrenfestival